Dienstag, 30. Juni 2015

Elfentanz und Petticoat

Im letzten Post schrieb ich noch, dass ich selbst gespannt bin, wie meine nächste Shirtbluse aussehen wird. Et voilà, hier ist sie auch schon. Ein Schnittchen namens Sophie. Zwar mit angesetzten statt angeschnittenen Ärmeln, aber unbedingt Kategorie Zeug zur Lieblingsbluse.

Bluse Sophie trifft Petticoat Pants
Nach den Modell-Fotos bei Schnittchen hätte ich nie gedacht, dass mir dieser Schnitt gefallen könnte -  ich glaube, der gewählte Stoff ist einfach zu steif, die Bluse wirkt so für meinen Geschmack zu voluminös. Aber Catrin vom Stoffbüro hat mich eines Besseren belehrt: mit Kranichen aus mintfarbener Popeline, gelb mit Punkten aus Double Gauze und eine fuchsiafarbene Version mit Blumen einer Gastbloggerin aus Popeline.


Überblick - Schnitt und ein paar kleine Änderungen 
  • Bluse Sophie von Schnittchen (der hinten längere Saum gefällt mir sehr)
  • Gr. 38: Brust- und Hüftmaß entspricht in der Größentabelle genau meinen aktuellen Maßen. Die Bluse passt so sehr gut, finde ich.
  • leichter Bio-Popeline "Elfentanz Gewitter" blau-grau, bei Kleewald erstanden
  • Ausschnitt am Vorderteil zur Mitte hin ca. 1,5 cm tiefer geschnitten
  • an den Seiten unten knapp 1/2 cm pro Seite zugegeben
  • Ärmel, VT und RT um 5 cm verlängert (und damit an meine Körpergrösse von 1,82 m angepasst)
  • Ärmel eingehalten eingesetzt, passte glatt nicht gut in den Armausschnitt 
  • Infos zur Hose "Petticoat Pants" aus einem japanischen Nähbuch findet ihr hier


Ich hab mich so sehr in den Stoff verliebt! Und Glück gehabt, denn ich hab die letzten 1,25 Meter beim Kleewald Versand ergattert.


Die Ärmel werden am Saum eingekräuselt und bekommen ein schmales Bündchen.

Year, topstitching ole!
Ich muss dabei immer an die Folgen der engl. Sewing Bee denken ;-)
Bei diesem inzwischen warmen Wetter trägt sich die Bluse sehr angenehm. Frau Gold hat zum Tragen von Kleidung aus Webstoffen mal treffend formuliert: "Der Webstoff behält seine Form - vom Knittern abgesehen. Also bildet der Körper im Webstoff sich nicht gänzlich selbst ab. Sondern wird nochmals plastisch umhüllt. Das mag ich." Ich auch. Sehr sogar. Tragekomfort pur.


Beim Fotosmachen am Montagmittag hatte ich Schwierigkeiten, mal ganz unverkrampft und natürlich der Kamera schöne Augen zu machen :-) Also endete das Ganze mit viel Gelächter und Quatscheinlagen. Mr. Margerite und ich hatten viel Spaß. Die 2 besten Take-Outs:



In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel Spaß beim MeMadeMittwoch. Bin gespannt, ob ich noch weitere Inspirationen für schöne Shirtblusen entdecke. Eure Hella

Donnerstag, 25. Juni 2015

Phänomen Shirtbluse

Locker, blusig, leicht und dabei bequem und unkompliziert wie ein Shirt. Reinschlüpfen und wohlfühlen. Schnitte für Shirtblusen entdeckte ich oft in den letzten Wochen in vielerlei sehenswerten Umsetzungen und war schwer entzückt. Sie erinnern mich an einen meiner Lieblingsschnitte. Vielleicht erinnert ihr euch auch noch, vor 4 Jahren...


Insgesamt 3 Varianten habe ich genäht und sehr geschwärmt. Eine Liebeserklärung an Modell 102 aus der Maiburda 2011.


Das aktuelle Beuteschema für Shirtblusen ist ähnlich:
  • etwa hüftlang
  • kastig oder nur leicht antailliert
  • angeschnittene kurze Ärmel
  • schlichter nicht zu tiefer Ausschnitt
  • manchmal ein verlängerter abgerundeter Saum am Rückenteil
  • schnell und einfach zu nähen
  • genäht aus leichten Webstoffen, Baumwolle oder Viskose, mit schönen Drucken
Ein interessantes Phänomen. Das körpernahe Jerseyshirt wird sicher weiterhin ein wichtiges Basic im Kleiderschrank bleiben. Die Shirtblusen bieten jedoch einen ganz anderen Tragekomfort, vor allem im Sommer. Und ein anderes Tragegefühl, wie Frau Gold es neulich so wunderbar beschrieb.

Oft zuckt mein Bestellfinger, wenn ich schöne Umsetzungen neuer Schnittmuster nach dem Shirtblusen-Beuteschema sehe. So wie hier oder hier. Aber dieses Mal dachte ich mir, greife ich mal auf meine umfangreiche Schnittmusterhefte-Sammlung zurück. 45 Minuten Blättern und Suchen in meinen Burdaheften brachte folgendes Ergebnis, was vielleicht die ein oder andere unter euch auch interessieren könnte:

1) Burda 06/2011 Modell 106
Änderungsideen: Seitenschlitze weglassen, das Shirt verlängern und. den Ausschnitt abrunden / höher ziehen. 


Die 2 Beispiele in der Burda sehen so aus (links Lederimitat *werwillsowasaufderHaut?* und rechts Leinen): 


2) Burda 4/2013 Modell 106/107
Ähnelt sehr meinem o.g. Lieblingsschnitt, hat aber angeschnittene Ärmel. Die Fältchen am Ausschnitt sind hübsch. Vermutlich ersetzen sie auch den Brustabnäher. Aber vielleicht benötigt man das gar nicht, z.B. bei weniger Oberweite? Dann könnte man die Falten am Papierschnitt einlegen und die Bluse ohne Falten nähen. Wäre so ein Versuch... 


In der Burda war ich von einem der genähten Beispiele positiv überrascht. Oft muss ich mich ein bisschen kneifen, damit ich mir die oft scheußlichen Materialien und/oder Farben wegdenke ;-P


3) Burda 5/2012 Modell 110 A,B
Die Ausschnittlösung mit dem kleinen Wasserfall finde ich sehr schön. Für meinen Geschmack darf der Wasserfall nur nicht zu ausladend sein, damit ich mich damit noch unbefangen und ohne eine Bauchnabelschau zu riskieren nach vorn beugen kann. Auf den Bildern lässt sich das leider nicht gut erkennen.


Burda zeigt im Heft ein Beispiel aus Seidensatin (rechts, hier könnte man sicher auch zarten Batist nehmen) und Jersey (links). Das Umklappen und Annähen der Mehrweite am Ausschnitt halte ich für keine gute Idee, das stört mMn den ansonsten eher puren Eindruck des Schnitts. 


4) Burda 2/2011 Modell 114
Die Schnittzeichnung kommt sehr kastig daher, aber das genähte Beispiel sieht hübsch aus.
Auf die aufgesetzte Tasche würde ich verzichten, ebenso wie auf die Teilungsnaht über der Brust. Der Gummizug im Saum muss wohl sein, stört mich aber ein bisschen. Ich würde einen glatten Abschluss bevorzugen. Wie sähe die Bluse wohl ohne aus, evtl. zu zeltartig? 


Hier das Beispiel an einer sportlich daherkommenden jungen Dame:


Ich bin selbst gespannt, wie meine nächste kleine Shirtbluse aussehen wird. Ich habe noch 2 wunderschöne Baumwollbatist-Stoffe aus meinem letzten Dänemark-Urlaub im Regal liegen. Leider nur jeweils 100 cm bei 140 Breite. Da muss der Schnitt gut gewählt sein... 

Wer Interesse an diesen und ähnlichen Schnitten hat, mag sicher auch beim Webstoffe-Spezial vom Stoffbüro Inspirationen und spannende Ideen finden. Hier findet man viele unkomplizierte Blusen, mit langen und kurzen Ärmeln aus Baumwollstoffen zum Reinschlüpfen (z.B. Sophie von Schnittchen, darauf bin ich ebenfalls sehr gespannt).

Alles Liebe! Eure Hella

Dienstag, 23. Juni 2015

Klimperkleiner Fabelwäldler

Es gibt Schnitte, da stimmt einfach alles. Vom Grundschnitt über die Variationsmöglichkeiten und die Sympathie zur Autorin des Ebooks :-)

Wenn man dann noch lang gehütete Schätze aus der Stoffkiste dafür anschneidet, macht das Nähherz schon mal den ein oder anderen Hüpfer. Und schon entsteht ein neues Lieblingsteil. Just so geschehen bei Shirt und Hose für Mr. Mini-Margerite.

Für ein neues Sommershirt nehme man den Fuchsjersey mit dem Motiv aus der Feder von Aennie und das Raglanshirt von Klimperklein. In Gr. 110 am 104 cm Kind noch reichlich, aber dafür umso beruhigender für das Mutterherz:


Beim Zackenmuster der Ärmel war ich mir zunächst unsicher, jetzt liebe ich die Kombination umso mehr. Dazu habe ich Hals- und Armausschnitte mit farblich passendem Jersey aus der Restekiste eingefasst und am Saum einen Beleg angebracht. Das sieht etwas feiner aus als meine bisherige Standardlieblingslösung mit Bündchen.


Und der kleine Mann mag's. Glaube ich zumindest ;-)


Für eine Alltime-Favorite-Hose nehme man die inzwischen ausgediente und jahrelang getragene Lieblingshose von Mr. Mini-Margerites Papa und den neuen Mix&Moritz Schnitt von Fabelwald.


Obiges Beweisbild zeigt die Hose im und am Original im Frühsommer 2013. Und als in 2015 Säume und Gesäß zu arg abgewetzt und abgetragen waren, habe ich der Hose neues Leben eingehaucht:


Ich habe zwar schon einige Hosenschnitte für Webstoffe u.a. aus der Ottobre ausprobiert, aber erst mit diesem Schnitt fand ich, was ich bisher immer gesucht hatte.


Diese Hose sitzt locker, ist aber trotzdem schmal geschnitten und bietet alle Details, die ich an Kinderhosen schätze (Taschen vorne und hinten, Scheinschlitz, Gummizugbund). Variationsmöglichkeiten für einen verspielten Look sind im ebook übrigens inklusive. Eine Version für Miss Mini-Margerite ist also schon in Planung.


Auch diese Hose ist in Gr. 110 genäht. Gr. 104 wäre am 104 cm Kind im Nachhinein wahrscheinlich ausreichend gewesen, aber sie soll ja auch laaaaaange passen. So sitzt sie eben noch ein wenig lockerer, rutscht aber trotzdem nicht. Und die Beine schlagen wir einfach um. Sieht cool aus, außerdem hat man so immer Sand vorrätig, falls man mal welchen brauchen sollte ;-)


Für den Sommer würde ich die Hose gerne noch aus Leinen in 3/4 Länge nähen, am liebsten eine exakte Kopie (ja, ich gebe es zu) dieses grandiosen Basic-Modells, das ich im Stoffbüro-Blog erspäht habe.


Aktuell liebe ich Upcycling-Projekte. Demnächst zeige ich euch noch ein Michel-Hemd (auch nach einem Schnitt vom Fabelwald), das ebenfalls aus abgelegter Kleidung des Herrn Papa entstand. Ein weißes Baumwollhemd mit großen Karos in zarten blauen Linien legte sein Herrenhemddasein ab... Kokosknöpfe dazu... das perfekte Michelhemd für meinen kleinen Lausbuben.

Macht's euch nett - auch ohne Sommerwetter! Eure Hella

Sonntag, 14. Juni 2015

Frische Brise

Eine frische Brise hält das Wetter momentan immer öfter für uns bereit. Ein paar Sommertage werden eingestreut und dann sind wir wieder beim Übergangswetter. Das Zwiebelschalenprinzip für Jacke aus (Sonne und Wolkenlücken, huch ist das warm) und an (wieder Schatten und etwas Wind, zack, kalt) ist essentiell.

Wie gut, dass ich schon vor einigen Wochen die Klimperkleinsche Jacke ausprobiert habe. Jedes Mal, wenn ich nach einem ihrer ebooks nähe, möchte ich ihr anschließend die Füße küssen. Ich liebe ihren Hang (und ihre Gabe) zur Perfektion und präzisen Erläuterungen. Dazu Nähtipps, über die auch alte Hasen wie ich (seit 1996) sich noch freuen und etwas lernen können. Ich muss jedes Mal in mich hinein kichern, wenn ich in anderen Blogs lese, dass sich jemand etwas herablassend über das Nähen von Kinderkleidung äußert, hihi. Putzig ;-P

So, jetzt aber hier mal zackig zum Jacke gucken. Ich gebe zu, Fotos von Kindersachen machen ist eine echte Herausforderung. Nun denn.


Unser Frollein testet hier gerade die Jacke in Gr. 92 (auf Zuwachs, aktuell passt Gr. 86 perfekt) auf Herz und Nieren. Mit Ringelbündchen an Saum und Ärmeln und aus Sommersweat mit Sternen von Lillestoff. Stehkragen statt Kapuze, dann kann man noch gut eine Outdoorjacke mit Kapuze drüberziehen. Orangefarbener Zipper mit Kinnschutz.


Wir sind begeistert!


Und macht auch von hinten eine gute Figur ;-)


Das Bruderherz bekam auch eine (Gr. 104). In Grün aus butterweichem Nicki, ebenfalls Lillestoff. Mit orangefarbenen Bündchen an den Ärmeln und grünem Bündchen am Saum, damit's nicht zu knallig wird auf den Augen. Dafür dann wieder Hinguckerbündchen an der Bauchtasche. Pauline hat hier einen 1a Tipp parat, wie man selbige rechts und links perfekt auf gleicher Höhe platziert kriegt. Das Orange findet sich auch im Zipper wieder, mit Kinnschutz, jetzt nie wieder ohne.

So, und jetzt die Kür. Beide Moppis gleichzeitig ablichten. Ich bin kläglich gescheitert. Der Beweis:


Es ist so niedlich, wenn die beiden in selbstgenähten Sachen durch die Gegend zockeln. Meine Augenweide...

Nach dem ersten Tragen und Waschen sehen die Jacken immer noch gut aus. Das Rennen macht aber für mich die Version aus Sweat. Der Nickistoff erscheint mir für eine Jacke zu weich, um Belastungen auf Dauer Stand zu halten. Den vorhandenen Rest werde ich eher für Pulli und/oder Kleid einsetzen. Ich hoffe sehr, dass der Stoff z.B. nicht an den Ecken der Tascheneingriffe ausreisst. Aber vom Tragegefühl her muss die Jacke wohl ganz oben sein, denn Mr. Mini-Margerite liebt sie sehr. 


Klimperklein hat sich viele Gedanken gemacht, wie man das Innere schön sauber verarbeiten und den Reißverschluss leicht einnähen kann. Die Umsetzung hat mir viel Spaß gemacht.


Die Nickiversion sieht nach dem Waschen ein wenig krünkelig aus, was aber beim Tragen nicht auffällt und sich schnell wieder verliert. Ich bin kein großer Fan des Bügelns nach dem Nähen :-)


Ich freue mich immer sehr, wenn genähte Sachen auch innen schick sind. Sieht man zwar beim Tragen weniger, aber bei jedem An- und Auskleiden entzückt mich der Anblick. Hier spricht ein Nähnerd, das kann ich nicht leugnen :-)


So, hier noch einmal detailverliebte Herrlichkeiten versammelt in einem Bild:


Euch allen einen schönen Sonntag! Hier und heute wahrscheinlich mit Jacke - bewölkt, 16 Grad, leichtes Halskratzen. Macht's euch schön! 
Eure Hella